SAINT ALBIN VERLAG

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Die Welt des Wissens


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Das Internationale Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft - allgemeine Vorbemerkungen

Zum Jahrbuch Band 20/21 Zum Jahrbuch Band 22/23 Zum Jahrbuch Band 24/25

Der SAINT ALBIN VERLAG verlegt wissenschaftliche und belletristische Werke. Der Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Publikationen liegt im Bereich der Germanistik und hier vor allem bei der Romantik- und Vormärzforschung. Hierzu gehört auch das "Internationale Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft". In dieser Reihe sind seit 1987 bislang 21 Bände erschienen, davon vier als Doppelbände. Herausgeber sind Wolfgang Bunzel und Uwe Lemm.

Das Jahrbuch erschien zunächst im Format 14,8 x 21,0 cm, ab Band 6/7 im Format 16,0 x 23,5 cm. Alle Bände sind broschiert, ab Band 6/7 mit Breitklappe, ab Band 11/12 auch fadengeheftet. Ab Band 5 jeweils mit der Bettina-Jahresbibliografie. Lieferung an private Besteller und Institutionen in Deutschland versandkostenfrei. Alle Bände sind noch erhältlich.

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Die junge Bettina - s. auch unseren Beitrag in der Reprint-Abteilung


Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft, Band 20/21

Aus dem Inhalt:

Vorwort:

2009 jährt sich der Todestag Bettine von Arnims zum 150. Mal. Erfreulicherweise war dies – und ist es gegenwärtig noch immer – Anlaß, um ihrer in vielfacher Weise zu gedenken: Der Deutsche Taschenbuch Verlag hat drei neue Publikationen herausgebracht, die Bettine von Arnim als Briefschreiberin und -bearbeiterin vorstellen, im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt a. M. wurde im Rahmen einer großen Ausstellung die Vielfalt ihrer Interessensbereiche und Betätigungsfelder präsentiert (als weitere Stationen der Exposition fungieren Wiepersdorf, Wetzlar und Marburg), in Berlin gab es von Seiten der Stadt eine Festveranstaltung, um Bettine von Arnim offiziell zu würdigen. Dazu kommen zahllose Einzelveranstaltungen in Form von Vorträgen, Lesungen und Buchpräsentationen an den unterschiedlichsten Orten.
Leider hat das aktuelle Gedenkjahr auch zwei große Verluste mit sich gebracht. Am 21. Januar, also am Folgetag von Bettine von Arnims Todestag, verstarb mit Helmut Hirsch einer der engagiertesten Bettine-von-Arnim-Forscher im Alter von 102 Jahren. Helmut Hirsch kennen viele vorrangig als Historiker der deutschen Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie. Insbesondere seine Biographien über August Bebel, Friedrich Engels und Rosa Luxemburg haben weite Verbreitung gefunden, daneben hat er aber auch wichtige Beiträge zu Karl Ludwig Bernays, Robert Blum, Sophie von Hatzfeldt, Moses Hess, Karl Friedrich Köppen und Margarethe Meyer-Schurz geliefert. Im Kontext des Interesses an Fragen der Frauenemanzipation entstand auch seine wirkungsmächtige Biographie über Bettine von Arnim, die 2003 in sechster Auflage erschien. Obwohl Bettine von Arnim sich von den übrigen Genannten in mehrfacher Hinsicht abhebt – sie war vorrangig Literatin und nur bedingt politische Aktivistin, sie trat für die Belange des Volkes ein, propagierte statt des Republikanismus aber das Modell eines Volkskönigtums, sie bewegte sich außerhalb der Frauenbewegung und setzte deren Ziele allenfalls performativ im eigenen Lebensvollzug um –, war es wohl gerade diese Widerständigkeit, die den Forscher Helmut Hirsch an ihr anzog. Hier fand er jene prinzipienfeste, aber nie dogmatische Unbeugsamkeit, die ihn auch an den anderen Kämpfern für Freiheit und Selbstbestimmung faszinierte. Fraglos hat Helmut Hirsch mit seinen Publikationen wesentlich dazu beigetragen, Bettine von Arnim als politisch wirkende Autorin im Bewußtsein der Öffentlichkeit zu verankern. Seine Stimme wird künftig fehlen.
Das Internationale Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft war Helmut Hirsch von früh an verbunden. Hier erschienen nicht nur mehrere Aufsätze und Rezensionen von ihm, der zweite Jahrgang diente auch als Festschrift für ihn und war bestrebt, eine Forscherpersönlichkeit zu ehren, die sich zeitlebens nie einer einzigen akademischen Disziplin zugehörig fühlte und im Universitätsbetrieb immer nur eine Randposition einnehmen durfte. Für die Herausgeber ist es daher eine selbstverständliche Geste des Dankes, dem vorliegenden Doppeljahrgang einen Nachruf auf Helmut Hirsch voranzustellen. Ihm folgt ein Nachruf auf Clara von Arnim, die am 17. Mai verstarb und der es u. a. zu verdanken ist, daß die arnimsche Bibliothek, die sich einst in Wiepersdorf befand, nicht reprivatisiert wurde.
Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich außer mit Bettine von Arnim diesmal vor allem mit ihrem Bruder Clemens Brentano, aber auch mit dem Ehemann Achim von Arnim sowie mit Joseph von Görres und Ida Gräfin Hahn-Hahn. Gemeinsam mit den Besprechungen aktueller Neuerscheinungen im Rezensionsteil schreiten sie einen Großteil des Spektrums romantischer und nachromantischer Literatur ab. Wir hoffen, daß wir so die breite öffentliche Resonanz des Gedenkjahres zusätzlich auf angemessene Weise verstärken können.

Lars Lambrecht: Nachruf auf Helmut Hirsch
Ursula Püschel: Abschied von Clara von Arnim

Quellen und Materialien
Heinz Härtl / Ursula Härtl: Ein fingierter Brief Clemens Brentanos
Hartwig Schultz: Kunst und Homöopathie. Unbekannte Briefzeugnisse aus Bettine von Arnims Korrespondenz mit Karl Friedrich und Susanne Schinkel

Aufsätze
Elisa Müller-Adams: Father Rhine and his daughter(s): Clemens Brentano’s Rheinmärchen (1811) and the creation of a national myth
Carsten Lange: „Meine Geschichte wird einem Verbundenen Buche gleichen, in das fremde Blätter, und Holzschnitte gerathen sind.“ Intertextualität als Form der Lebensbeschreibung im Briefwerk Clemens Brentanos
Natalia Igl: Über die romantische Geschichtskonstruktion zu einer „Reharmonisierung“ von ‘Volk’ und ‘Nation’. Joseph Görres’ Teutsche Volksbücher als Entwurf einer kulturellen Identität
Viktoria Schuster: „Von der Hand der Zeit aufgeschlitzt“. Explizite und implizite Poetik in Achim von Arnims Roman Die Kronenwächter
Sabine Claudia Gruber: „Ins Herz gelesen“. Erzählstrategien und Genderaspekte in Ida Hahn-Hahns Italienbuch Jenseits der Berge

Kleinere Beiträge
Holger Schwinn: Maria Bettina. Spuren früher Spee-Rezeption bei Clemens Brentano

Reprint
F.[erdinand] Gustav Kühne: Ein Gespräch mit Bettina

Rezensionen
August Wilhelm Schlegel: Blumensträuße italienischer, spanischer und portugiesischer Poesie. Nach dem Erstdruck neu hrsg. von Jochen Strobel. Dresden 2007 (Susanne Holmes)
Julia Di Bartolo: Selbstbestimmtes Leben um 1800. Sophie Mereau, Johanna Schopenhauer und Henriette von Egloffstein in Weimar-Jena. Heidelberg 2008 / Sophie Mereau. Verbindungslinien in Zeit und Raum. Hrsg. von Katharina von Hammerstein und Katrin Horn. Heidelberg 2008 (Sabine Gruber)
„Lieber Bruder ...“ Briefe von Sophie und Friedrich Ernst Carl Mereau an Johann Friedrich Pierer. Ediert und kommentiert von Sabine Gruber. Jena 2007 (Julia Augart)
Clemens Brentano: Sämtliche Werke und Briefe. Bd. 34: Briefe VI. Hrsg. von Sabine Oehring. Stuttgart 2005 (Andreas Lorenczuk)
Clemens Brentano/Joseph Görres: BOGS. Heidelberg 2006 / Armin Schlechter: Die Romantik in Heidelberg. Brentano, Arnim und Görres am Neckar. Heidelberg 2007 (Albrecht Eitz)
Wolfgang Bunzel: Die Welt umwälzen. Bettine von Arnim geb. Brentano (1785-1859). Frankfurt a.M. 2009 (Günter Helmes)
Gabriele Sellner: „Die Sterne haben mirs gesagt für Dich“. Vereinigung von Poesie und Philosophie in Bettina von Arnims Die Günderode. Berlin 2007 (Angela Thamm)
Carsten Lange: Architekturen der Psyche. Raumdarstellungen in der Literatur der Romantik. Würzburg 2007 (Stefan Schweizer)
Detlev Schöttker (Hrsg.): Adressat: Nachwelt. Briefkultur und Ruhmbildung. München 2008 (Johannes Anderegg)
Louise-Otto-Peters-Jahrbuch 2 – 2006. Forschungen zur Schriftstellerin, Journalistin, Publizistin und Frauenpolitikerin Louise Otto-Peters (1819-1895). Hrsg. von Johanna Ludwig, Susanne Schötz und Hannelore Rothenburg [...]. Beucha 2007 (Claudia Christophersen)

Jahresbibliographie

Aus dem Vereinsleben
Bettina-von-Arnim-Forschungspreis 2011
Uwe Lemm: Die Aktivitäten der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft

Beilage: Die Bettina-von-Arnim-Oberschule

Der Band 20/21 umfasst 256 Seiten sowie eine 16-seitige Beilage, hat Fadenheftung. Preis: EUR 79,00, neu: Euro 5,00. (Deutschland) ISBN 978-3-930293-20-9



Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft, Band 22/23

Aus dem Inhalt:

Vorwort

Aus Anlass ihres 150. Todestags haben das Haus am Dom – Katholische Akademie Rabanus Maurus (Frankfurt a. M.), die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (Wiesbaden) und das Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift unter dem Leitspruch „Herzhaft in die Dornen der Zeit greifen …“ vom 18. bis 20. Juni 2009 Thementage zu Bettine von Arnim geb. Brentano (1785-1859) veranstaltet. Wie die Überschrift schon andeutet (die bewusst das Titelzitat der Jubiläumsausstellung, die 1985 im Freien Deutschen Hochstift gezeigt wurde, aufgreift), sollte vor allem die politische Dimension ihres Werks hervorgehoben und Bettine von Arnims facettenreiches soziales und gesellschaftliches Engagement vor Augen geführt werden – in der Überzeugung, dass dadurch auch für ein breiteres Publikum eine Autorin zu entdecken ist, die sich intensiv mit Fragen der Massenarmut, der Emanzipation der Geschlechter und der Sozialfürsorge beschäftigt und damit Themen aufgegriffen hat, die bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebü§szlig;t haben. Daneben verfolgten die Veranstalter das Anliegen, die bestehende, vergleichsweise enge literaturwissenschaftliche Sichtweise auf Person und Texte zu ergänzen durch einen inhaltlich wie methodisch breiteren Zugang, der Bettine von Arnims universalpoetischen Ansatz ernst nimmt und auf seine Leistung hin befragt. Es wurden deshalb Referentinnen und Referenten verschiedener Fachrichtungen eingeladen und gebeten, aus kulturwissenschaftlicher, theologischer, ethischer, psychologischer und pädagogischer Perspektive das sozialpolitische Handeln dieser Frau in den Blick zu nehmen. Zustande gekommen ist so eine Veranstaltung, die disziplinenübergreifende Zugänge zu Bettine von Arnim eröffnet und gezeigt hat, wie lohnend bzw. notwendig es ist, ihr Leben und Werk transdisziplinär zu erfassen.
Die Beiträge der Thementage liegen mittlerweile in einem Sammelband vor, der über die Hessische Landeszentrale für politische Bildung oder das Haus am Dom – Katholische Akademie Rabanus Maurus bezogen werden kann. Da diese Publikation vorwiegend regionale Ausstrahlungskraft für das Land Hessen bzw. die Rhein/Main-Region hat, wir es aber für sehr wichtig halten, dass die darin enthaltenen Aufsätze eine größere Leserschaft und natürlich auch das Fachpublikum erreichen, haben wir uns entschlossen, sie im Rahmen des vorliegenden Doppelbandes des Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft ein weiteres Mal zu bringen. Zwei der Texte – der von Ulrike Prokop und der von Wolfgang Bunzel – können jetzt erstmals in ungekürzter Form erscheinen. Ergänzt werden die methodisch vielfältigen Zugänge zu Bettine von Arnims sozialpolitischem Werk durch zwei weitere Beiträge. Ursula Püschel rekonstruiert erstmals zusammenhängend Bettine von Arnims Beziehungen zu Theodor Goldstücker und präsentiert bei dieser Gelegenheit neues, bisher ungedrucktes Quellenmaterial, während Michael Penzold den Gestus der Prophetie in den späten Gesprächen mit Dämonen untersucht. Außerdem enthält das Jahrbuch gleich zwei Aufsätze zu Clemens Brentanos wenig bekanntem Drama Aloys und Imelde. Holger Schwinn beschäftigt sich mit der verwickelten Entstehungsgeschichte des Textes und unterbreitet Vorschläge zur (Neu-)Datierung der einzelnen Fassungen, und Sabine Gruber untersucht, welche Funktion dem leitmotivisch wiederholten, geistlichen Lied „O Zorn, du Abgrund des Verderbens …“ in Brentanos Stück zukommt. Der Reprint des wenig bekannten, auf Bettine von Arnim bezogenen Abschnitts in Oskar Ludwig Bernhard Wolffs Briefen, geschrieben auf einer Reise längs dem Niederrhein, durch Belgien und Paris (1836), ein ausführlicher Rezensionsteil und die bibliographische Übersicht über die jüngeren Neuerscheinungen komplettieren den Band.

„Herzhaft in die Dornen der Zeit greifen …“ – Thementage zu Bettine von Arnim, veranstaltet vom Haus am Dom – Katholische Akademie Rabanus Maurus (Frankfurt a. M.), der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (Wiesbaden) und dem Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt a. M., 19./20. Juni 2009

Wolfgang Frühwald: Zum Geleit
Wolfgang Bunzel: Literarische Denkmalpflege. Bettine von Arnims Brief- und Gesprächsbücher als auktoriale Arbeit am kulturellen Gedächtnis
Ingeborg Nordmann: Begegnungen – Verfehlungen. Bettina von Arnim und Rahel Varnhagen
Ulrike Prokop: Inszenierungskünstlerinnen: Bettine Brentano-von Arnim und Catharina Elisabeth Goethe
Hartwig Schultz: „Frankfurt das Prädikat des ersten Staats in der Welt zugestehen“. Frankfurter, Demagogen und die „souveräne Macht“ bei Bettine von Arnim
Hildegund Keul: Armut bewegt. Bettine von Arnims Konzept einer Schwebe-Religion und seine politische Bedeutung
Pia Schmid: Bettina von Arnim und die Soziale Frage
Ulrike Landfester: „Arbeit! –“ Lohn und Gestaltung in Bettine von Arnims politischer Poetik
Hille Haker: Zur Bedeutung der Schriften von Bettine von Arnim – Ein Kommentar aus kultur- und sozialethischer Sicht
Angela Thamm: Heilsames Schreiben. Empathie, Strategie und politisches Handeln bei Bettine von Arnim geb. Brentano

Aufsätze

Holger Schwinn: Othon/Otto. Überlegungen zur Datierung von Clemens Brentanos Drama Aloys und Imelde
Sabine Claudia Gruber: „Zorn und Liebe“. Zur Neukontextualisierung eines geistlichen Liedes bei Brentano
Ursula Püschel: „Edler und gütiger Bramane“. Bettina von Arnim und Theodor Goldstücker
Michael Penzold: Das „Prophetische“ als heuristische Kategorie. Zum Verständnis von Bettine von Arnims Gesprächen mit Dämonen (1852)

Reprint

Aus O.[skar] L.[udwig] B.[ernhard] Wolff:

Bettina

… Betrachten wir jetzt wie Goethe sich zu Allem verhielt, so finden wir einen neuen Beweis für das Gesagte, denn echte Herzensliebe hätte das Alles nicht ertragen können. – Anfangs freute und ergetzte ihn die schöne, jugendliche Erscheinung (Rumohr, dessen sie so oft erwähnt, erzählte mir gelegentlich schon vor langen Jahren einmal, die sechszehnjährige Bettina sei in seiner Erinnerung das reizendste Wesen, das er je gekannt) und G. beschäftigte sich gern mit ihr; er lernte von ihr, nicht wie es in der Welt, sondern wie es in einem solchen Gemüthe aussieht, und solche Kenntniß ward ihm, dem Dichter, sehr angenehm. – Er hat es auch redlich benutzt, das beweist besonders der Divan, und Gedichte, die uns oft erfreut und entzückt haben, waren eigentlich Gedanken Bettina’s. Diese aber besaß die Eigenthümlichkeit, daß sie sich gar nicht allmählig vor ihm entwickelte, sondern gleich fertig war, und sich voll entfaltete, so wie sie ihm ihre Liebe ausgesprochen; ihre Seele brach auf wie eine Rose im vollen Glanz und blieb so herrlich, stark, duftend, mit prächtigen Blättern. – Mit einem Male Alles, das wurde Goethe’n leicht zu viel, deshalb waren ihm auch ihre Briefe, welche ihm einzelne Rosenblätter zutrugen, weit lieber als ihre persönliche Erscheinung, und diese ward daher bei längerer Dauer lästig. Später geschah es denn auch, daß er allmählig die ganze Bettina auswendig wußte und nichts mehr von ihr lernend genießen konnte. – Obendrein hatte sie Reiz und Frische der Jugend verloren und die Anmuth der äußeren Erscheinung eingebüßt. Er machte sich also frei von ihr, durch Härte und Schweigen und Nichtachtung. Daran wäre eine Andere zu Grunde gegangen; Bettina aber ertrug es, ja sie kam sogar von Zeit zu Zeit wieder nach Weimar und ließ sich vornehm von ihm behandeln – und mißhandeln. – Das ist mir wieder ein Beweis, daß sie sich diese Liebe nur eingeredet hat. Wie aber ist diese Liebe in ihren Aeußerungen? – Prächtig, so reich, daß zwanzig Menschen noch auf Lebenszeit damit versorgt werden könnten und man doch keine Armuth an ihr merken würde; ein Baum in Blüthen, der sich schüttelt, Blüthen abstreift, und doch täglich neue schönere hervorbringt; aus Allem Nahrung ziehend, und alle diese Nahrung verwendend, um neue Blüthen zu treiben. – In allen Aeußerungen Bettina’s liegt eine Jugend, wie sie kaum die unsterblichen Götter besitzen, wie sie sich auf Erden gar nicht weiter findet; es liegt die Jugend und Jungfräulichkeit der ganzen Erde darin, unbefangen und unbewußt, tausend Keime drängen sich hervor; – es ist ein einziger unverwelklicher Frühling mit seinen Sonnenstrahlen, seinen Schmeichellüften, seinen Stürmen und Regenschauern, seinen Schwalben und seinen Blumen und Blättern; Alles kommt hervor und treibt zum Lichte; warum? das wieß es selber nicht – aber es kommt, weil es muß.
Dieses Alles nun lag in einer Menschenseele, und das Buch hier bringt es uns; das Buch ist daher eine große Freude und ein schönes Geschenk für die Menschheit und so sollen wir es annehmen …

Außerdem mit

- Rezensionen
von Claudia Bamberg, Christine Ujma, Marita Metz-Becker, Cornelia Ilbrig, Michael Grus, Dietmar Pravida, Sabine Claudia Gruber, Ursula Püschel, Peter Stein, Marion Freund, Irina Hundt und Wolfgang Bunzel,

- der Jahresbibliographie 2008/09 von Bettina Zimmermann,

- dem Bericht Aus dem Vereinsleben

- und der Beilage: Die Bettina-von-Arnim-Oberschule.

Der Band 22/23 umfasst 324 Seiten sowie eine 20-seitige Beilage, hat Fadenheftung. Preis: EUR 79,00, neu: Euro 5,00. (Deutschland) ISBN 978-3-930293-22-3



Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft, Band 24/25

Aus dem Inhalt:

Vorwort

Der vorliegende Band dokumentiert fünf der insgesamt sechs Vorträge, die vom 10. bis 12. September 2010 auf dem vom Kulturamt der Stadt Koblenz in Zusammenarbeit mit Koblenz Touristik, dem Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift, dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau veranstalteten Brentano-Kolloquium „Rhein – Reise – Romantik“ in Koblenz gehalten worden sind. Diese Veranstaltung knüpfte an das 1. Koblenzer Brentano-Kolloquium an, das 1985 durchgeführt wurde und eigentlich den Auftakt für weitere Tagungen bilden sollte. Leider kam es seinerzeit nicht zu einer Fortführung. Da mittlerweile aber ein weiteres Brentano-Kolloquium in Koblenz stattgefunden hat, besteht Anlass zu der Hoffnung, dass es nunmehr gelingen möge, diese Reihe zu verstetigen. Besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhang Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach, ohne deren Entschlossenheit und tatkräftiges Engagement der Neustart nicht möglich gewesen wäre.
Gewidmet war die Veranstaltung der berühmten Rhein-Reise, die Clemens Brentano im Jahr 1802 mit seinem Freund Achim von Arnim unternommen hat und die rückblickend so etwas wie die Initialzündung der Rhein-Romantik darstellt. Die einzelnen Beiträge beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten des Themas und fokussieren es aus kulturhistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Dass die kunstgeschichtliche Sicht fehlt und es im Endeffekt nur fünf Vorträge sind, die wir hier in überarbeiteter und ergänzter Form präsentieren können, liegt daran, dass Dr. Irene Haberland 2010 kurzfristig für den ursprünglich vorgesehenen Referenten Dr. Matthias Schmandt eingesprungen ist und ihre ad hoc-Präsentation nicht fixiert wurde, deshalb auch nicht schriftlich dokumentiert werden kann.
Im Gegensatz zu den Kolloquiumsbeiträgen beschäftigen sich die beiden übrigen Aufsätze des Bandes mit einer sehr viel späteren Phase der Romantik. Sabine Claudia Gruber untersucht die in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts erschienenen Nachrufe auf Clemens Brentano in Periodika, während sich Michael Penzold mit Bettine von Arnims letztem Werk Gesprächen mit Dämonen (1852) beschäftigt und dessen europäische Dimension analysiert. Im Reprint-Teil ist diesmal Leopold Hirschbergs – auch bibliographisch – wichtiger Aufsatz über Bettina und die Musik nachzulesen. Der Rezensionsteil und die bibliographische Übersicht über die jüngeren Neuerscheinungen komplettieren den Band.

Rhein – Reise – Romantik. Brentano-Kolloquium in Koblenz, veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Koblenz in Zusammenarbeit mit Koblenz Touristik, dem Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift, dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau, 10. bis 12. September 2010

Gertrude Cepl-Kaufmann: Mythos Rhein. Brentano und die Folgen
Susanne Kiewitz: Der Rhein in der Literatur um 1800. Clemens Brentano und die Erfindung eines nationalen Symbols
Wolfgang Bunzel: Die Erfindung der Rhein-Romantik. Achim von Arnims und Clemens Brentanos Rhein-Reise (1802) – Voraussetzungen, Hintergründe, Kontexte
Holger Schwinn: Zwischen Freundschaftsbund und Produktionsgemeinschaft. Die „Liederbrüder“ Clemens Brentano und Ludwig Achim von Arnim
Briefpapier nach zeitgenössischen Porträts Brentanos und Arnims sowie Motiven der Wunderhorn-Titelkupfer (historisches museum frankfurt)



















links: Briefpapier nach zeitgenössischen Porträts Brentanos und Arnims sowie Motiven der Wunderhorn-Titelkupfer (historisches museum frankfurt)



Armin Schlechter: Zwischen Politik, Philologie und Dichtung. Editorische Positionen Arnims und Brentanos und die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn

Aufsätze

Janina Endner: „Die Ausführung ist bisweilen shakespeare’sch“. Zur Intertextualität von Clemens Brentanos Drama Aloys und Imelde
Sabine Claudia Gruber: „Sein Leben war bewegt und nicht frei von verschiedenartigen Richtungen.“ Nachrufe auf Clemens Brentano in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften
Michael Penzold: Von der Europäisierung eines schlafenden Königs: Bettina von Arnims poetisch-politische Einmischungen in den Gesprächen mit Dämonen (1852)

Kleinere Beiträge

Dietmar Pravida: „Weitläufige, unbehülfliche Apparate, zu phantastischen Zwecken“. Zur zweiten Auflage des Handbuchs E. T. A. Hoffmann. Leben – Werk – Wirkung

Reprint
Leopold Hirschberg: Bettina und die Musik

Außerdem mit

– Rezensionen
von Wolfgang Bunzel, Clemens Engling, Rita Lennartz, Sabine Claudia Gruber, Jürgen Eichenauer. Günter Helmes und Christel von Arnim,

– der Jahresbibliographie 20010/11 von Bettina Zimmermann,

– dem Bericht Aus dem Vereinsleben

– und der Beilage: Die Bettina-von-Arnim-Oberschule.

Der Band 24/25 umfasst 220 Seiten sowie eine 12-seitige Beilage, hat Fadenheftung. Preis: EUR 79,00 (Deutschland) ISBN 978-3-930293-24-7



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